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von Alexander Fraß
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20.09.09 |
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Moin moin liebe Rg´ler, ich bin ja momentan im schönen Irland beheimatet und deshalb soll es auch einen kurzen Eindruck von dieser Insel geben... 
Ich bin derzeit zum studieren an der Südwestküste Irlands in Tralee ansässig. Oder auch im gälischen Stil: Tra´ Li, denn der Westen ist die Region Irlands, in der die Einheimischen noch ab und an Gälisch sprechen. Wenn man sich allerdings die englischen Übersetzungen der gälischen Ortsnamen so anschaut denkt man zumeist, dass beide Namen unaussprechbar sind. Mein Studi-Wohnheim: An Sean Mhuileann ist dabei noch ein sehr einfaches Beispiel: nun muss ich nur noch raus bekommen warum Mh wie V ausgesprochen werden !?
Da ich bei bestem Wetter angekommen bin (vier Tage 24°), hatte ich super Bedingungen, um auf Erkundungsreise zu gehen. Dabei fällt einem als erstes auf, dass man mit einem anständigen Straßenbauunternehmen Unsummen verdienen kann! Der Belag ist so mehr als rau, meist schlecht mit vielen Schlaglöchern und Wellen und Dellen in allen erdenklichen Ausprägungen. Das macht übrigens mit dem Auto noch weniger Spaß als mit dem Rad, aber sei es drum. Auf dem Rad wird man mit fantastischen Ausblicken und einer tollen Landschaft belohnt. Ja Irland ist wirklich so schön wie man immer hört!
Ich habe natürlich gleich Kontakt zu den irischen Radsportlern gesucht und bei der Tralee Chain Gang gelandet. Eine sehr sehr nette und aufgeschlossene Truppe. Leider praktizieren sie "leisure cycling" at it´s best, so dass das Donnerstagstraining für mich etwas langweilig war. Aber sei es drum, nette Leute kennen lernen lohnt immer, und sie haben mir auch gleich gezeigt, wo am Samstag drauf die von ihnen ausgerichtet RTF (spin) stattfindet. Sehr gut, da bin ich dabei! Gesagt getan - Start: 09:00 Uhr bei 10° und Regen ging es dann los...Mist wettertechnisch bin ich nun im richtigen Irland angekommen. Meine neuen Bekannten haben sich dann auch gleich über mein "girly winter dress" amüsiert. Mir war einfach nur kalt und deshalb war ich froh das es nach 20 Minuten Verspätung endlich los ging. Kommentiert mit den Worten: Well! Let´s start sharp... Ah ha !?! Ich war natürlich auf einen anstrengenden Start vorbereitet und voller Tatendrang, aber siehe hier geht es alles etwas gemütlicher zu...lockeres Einrollen für 35km, bloß keinen Stress aufkommen lassen es könnte einem ja warm werden beim fahren ;) Am Fuße des Connor Pass, dem bergigen Highlight der Tour, ging es dann los... Attacke! Die ich bei meinem ganzen gesabbel natürlich verpennt habe. Egal hinterher, ich konnte dann auch schnell aufschließen. Also fast. denn zwei Jungs waren trotz Anschlags nicht zu kriegen. Dritter am Berg und die Verpflegungsstation nach der Abfahrt läuft doch gut. Noch besser lief es mit dem Wetter den der Berg war auch die Wetterscheide...ab nun nur noch Sonne und später fast 20°, da war ich natürlich viel zu warm gekleidet.
An der Verpflegungsstation konnte ich dann mal mit den guten Jungs schnacken. Ok die sind beide gerade die Tour of Ireland gefahren und Paul Griffen ist seit Jahren in der irischen Nationalmannschaft. All right, kurzer Schnack und schon wurde ich in deren Trainingsgruppe eingeladen. Sehr gut, alle Kontakte geknüpft, es kann weiter gehen. Nee nee, nicht so schnell wenn die Iren erst mal ins Gespräch gekommen, dann ist auch das Radfahren nicht mehr so wichtig...scheinbar wollen wir hier auch Übernachten! Bei deutschen RTF´s ist mir die Verpflegung eigentlich immer zu Stressig, tja nun dauert sie zu lange J
Weiter geht's ab zum letzten Hügel. Oh, ein Jungspund attackiert, also mit da. Den Gedanken hatte niemand sonst. Die guten Jungs beendeten ihren Tag gemütlich und ich und Barry haben die RTF gewonnen. Sorry für diesen Running Gag... manch einer kann das Einordnen ;)
Weltklasse, es gibt im Ziel jede erdenkliche Art von Kuchen und durchsichtigen Kaaffee. Alles in allem eine sehr lustige Veranstaltung vom Tempo lange nicht mit einer deutschen RTF zu vergleichen, aber dafür hat man viel Zeit für Unterhaltungen. Und überhaupt es muss hier mal hervorgehoben werden, dass die Iren sehr sehr aufgeschlossene Leute sind! Jedenfalls die Radfahrer, denn in den Clubs sieht die Sache kurz vor der Sperrstunde etwas anders aus ;)
Ach ja Führungswechsel laufen hier auch anders ab: Es wird im Stile des belgischen Kreisels gegen den Urzeigersinn gewechselt. Am Anfang habe ich mich immer gefrgat warum die Leute mitten im Gespräch einfach vor fahren... Aber man lernt ja dazu - deshalb noch eine lokale Vokabel. Wenn man den Berg sehr langsam hochfährt und das Gefühl hat ein Bein nach dem anderen, in Zeitlupe, niederzuquälen: That´s cycling with a slug.
Adios amigos
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