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Tropf statt Teide – Grundlagenausdauer auf Teneriffa PDF Drucken E-Mail
von Tim Berger   
21.03.10

Traditionell stehen die Frühjahrsferien im Zeichen des Aufbaus der Grundlagenausdauer. Kurz: Den Körper höflichst bitten, möglichst viele neue Mitochondrien zu bilden, die man dann im weiteren Verlauf der Sasion ordentlich aufpumpen kann. Dieses Jahr hat es mich aus privaten Gründen nach Teneriffa verschlagen. 24 ºC Luft - und 20 ºC Wassertemperatur. Klingt gut. Aber kann man auf einer Insel auf der es immer entweder bergauf oder bergab geht und die mehr Serbentinen als Einwohner hat, GA trainieren?

Man kann, mit Hilfe zweier Tricks: Erstens alle Strecken-Angaben aus dem Trainingsplan werden durch Zeit-Angaben ersetzt. Statt 100 km also 4 Stunden (ist sowieso die bessere Methode). Und Zweitens: Einer Dreifachkurbel. 5 Stunden GA2 sind bergauf zwar nur 50km, aber den Körper interessieren sowieso keine Distanzen. Wem allerdings noch 100 Umdrehungen pro Minute wichtig sind, der muss auf die die wenigen flachen Stellen bauen. Ein besondener Leckerbissen diesbezüglich sind "Las Cañadas": eine Hochebende, die relativ eben über eine Länge von 25km auf einer Höhe von durchgehend gut 2000m verläuft. Landschaftlich jedenfalls ist auch der Rest der Insel ein Traum - Naturkino vom Feinsten. Im Norden der Insel ist es meist bewölkt, wobei die Wolken so zwischen 800 und 1000 Meter über dem Meer hängen. Ist man hindurch, kommt man in den ungetrübten Genuss der afrikanischen Sonne. Der Süden hingegen ist mit Touristenbatterien und Bananenplantagen verbaut, dafür aber durchweg sonnig. Die Straßenverhältnisse sind gut und nur in Einzelfällen mäßig. Nachdem ich also 8 Tage brav den Puls flach gehalten hatte und mich schon auf gefreut hatte am letzten Tag beim Gipfelsturm zum Teide, die "Katze aus dem Sack zu lassen", geschah das unfassbare: Ein Magen-Darm-Infekt ergriff meinen gemarterten Körper, der den damit verbundenen Flüssigkeitsverlust nicht mehr kompensieren konnte. So hieß es am Ende: Tropf statt Teide. Manche Erfahrungen muss man nicht machen, oder doch? Mein Fazit: Für Bergaufbegeisterte ist die Insel genauso ein Tipp wie für Winterflüchtlinge.

 
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