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Moin Moin, der Wecker klingelt. Auf nach Ostfriesland! Warum tun wir uns das an? 200 Kilometer Richtung Südwesten, an den Rückweg denken wir noch gar nicht. Der Nebel wabert über die Moore, nasskalt ist es, das Thermometer will einfach nicht über 8°C klettern. Die ersten Kanäle laufen schnurgerade parallel zur Straße guter Belag. Die höchsten Erhebungen sind die Begrenzungssteine neben der Fahrbahn. Unser Ziel ist Edewecht, wo im Rahmen der "Frühlinssause" ein Einzelzeitfahren veranstaltet wird. Zum ersten Mal findet die Veranstaltung statt na das kann ja heiter werden! 
Zweihundert Starter sind zu diesem Rennen zugelassen - ausgebucht! Nachdem Haiko und ich uns widerwillig umgezogen haben, besichtigen wir die Strecke: 7 Kilometer Rundkurs, flach wie ein Tablett, der Asphalt ein schlichter Traum! Der Wind säuselt mit 2BF über die Wiesen. Schilder am Wegesrand verraten: Hier wird geboßelt auf zugefrorenen Kanälen. Trotz der eiskalten Hände, die schon beim Einfahren am Lenker nahezu festfrieren, erwärmen die großzügigen und von weitem sichtbaren Absperrungen, sowie die Polizisten und Feuerwehrleute, die einem ein friesisches "Moin" entgegenbrummeln, die Gemüter. Nach dem Herauspellen aus den wärmenden Jacken, heißt es, die Ankunft auf der Startrampe so zu timen, dass einem keine Zeit zum Abkühlen bleibt. Zu lauter Partymusik geht's im 30 Sekundenabstand herunter von der Rampe, um zwei Ecken herum und auf den Rundkurs, der drei Mal zu umfahren ist. Die Kurven, deren Verlauf durch die weißen Absperrungen nicht zu verkennen ist, können fast ausnahmslos voll durchfahren werden. Drei Mal geht es durch Edewecht, der Jubel der Zuschauer treibt einen voran. Der Rennsprecher kündigt beim ersten Durchfahren des Zielbogens eine neue Rundenbestzeit an das motiviert zusätzlich. Am Ende steht ein zehnter Platz in der Klasse "Master 2" zu Buche. Haiko fegt ebenfalls mit vollem Elan über den Rundkurs, zeitweise begleitet vom Rennkommissär auf dem Motorrad, der ein Auge auf Windschattenlutscher hat. Der äußert sich nach dem Rennen schwer begeistert über Haikos Tempo Windschattenlutschen unmöglich! Die Strecke ist frei von störenden fahrenden oder parkenden Fahrzeugen, die Zuschauer dürfen applaudieren, werden jedoch von den gut positionierten Feuerwehrleuten vehement daran gehindert, die Fahrbahn zu überqueren. So kann jeder Fahrer ungehindert Vollgas geben. Darum lässt Haiko sich nicht zweimal bitten, geht voll an seine Leistungsgrenze und kommt mit einer Zeit von unter 30 Minuten ins Ziel. Damit ist er in der Klasse "Master" erster, in der Gesamtwertung fünfter. Haben sich die 400 Kilometer im Auto nun gelohnt, um 21 Kilometer auf der Zeitfahrmaschine durch Ostfriesland zu jagen? Wir sind der Meinung: Auf jeden Fall! Selten haben wir ein so gut organisiertes Rennen, einen so schnellen Kurs, so hohe Sicherheitsvorkehrungen und so begeisterte Zuschauer erlebt. Zu Zweit wurden wir leider nicht in der Teamwertung berücksichtigt, aber das Rennen schreit förmlich nach einem Team der RG UNI Hamburg im nächsten Jahr... |