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Go East - 400km Brevet in Berlin PDF Drucken E-Mail
von Hendrik Zwiener   
28.05.10
Die allerwenigsten hätten sich vor 25 Jahren vorstellen können, daß sich eines Morgens im Mai 2010 zwei Radler eines Vereins namens RG Uni Hamburg aus Leipzig und Hamburg kommend in unmittelbarer Nähe des Mauerstreifens in Westberlin aufs Rad setzen, durch Brandenburg (bzw. die ehemaligen Bezirke Potsdam und Franfurt/Oder) an die EU-Binnengrenze nach Polen fahren, dort in Sichtweite des Nachbarlandes nach Norden und über Ostberlin wieder zurück zum Start.

Aber die Weltgeschichte entwickelt sich manchmal auch besser als erhofft oder befürchtet und sorgte so für Lasse und mich für die grundlegenden Voraussetzungen für dieses Unternehmen namens 400km-Brevet. Die weitergehende Organisation übernahm zuverlässig und mit Geschick (praktischer Start 7h00 direkt am Hauptbahnhof, schnelle und trotzdem schöne Strecke) die Berlin-Brandenburger Sektion der ARA Randonneure, nur für die Reserven in den Beinen hatten wir noch selbst zu sorgen.

Erfreulich und kräfteschonend war, daß sich die Gruppe trotz zahlloser Ampeln auf der Stadtausfahrt bereits vernünftig in Zweierreihe formierte, und bis zum zweiten der sechs Stops nach gut 100km rollte das Feld gleichmäßig gegen den Wind. Da Lasse aber nach der Tour auch gleich noch wieder nach Hamburg wollte, packte ihn hier schon die Nervosität, und auf der ersten Rückenwindpassage machten wir uns zu zweit aus dem Staube in Richtung Spreewald. Der Wettergott war uns sehr gnädig, und so waren wir bald am Oderbruch und in Angermünde. Nach etwa 300km ließ die Konzentration etwas nach, so daß mich eine Furche in einer ansonsten sehr malerischen Nebenstraße durch die Hügel im Nordosten Berlins beinahe vom Rad beförderte, ansonsten rollten wir aber in schöner Gleichmäßigkeit gen Sonnenuntergang und Berlin. Kurz vor der Stadtgrenze bremste noch eine der ungemütlicheren der Kopfsteinpflasterpassagen unser Vorwärtskommen, und als wenig nachterfahrener Radler freute ich mich, nicht wie die meisten anderen Fahrer diesen Abschnitt im Dunkeln absolviern zu müssen. Mit dem letzten Tageslicht erreichte unser Duo dann kurz nach 21h00 das Ziel mit den ersehnten belegten Brötchen und der nahen heißen Dusche.

Für Langstreckler eine sehr empfehlenswerte Runde, dank der wenig anspruchsvollen Strecke auch als Jungfernfahrt über 400km geeignet. Auch unter Entdeckeraspekten sehr ergiebig - auch wenn Berlin so nah ist, werden wohl die meisten die Region noch nicht erradelt haben.
 
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