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Wunderschönes Sommerwetter, eine große und abwechslungsreiche 15-km-Runde und viel mehr Startern als erwartet waren die Zutaten für ein gelungenes Elbinselrennen 2010. 
Insgesamt ca. 400 Sportler, darunter ca. 30 RG Uni-Mitglieder, gingen bei der bisher größten von der RG Uni Hamburg mitveranstalteten Rennsport-Veranstaltung an den Start. Das Elbinselrennen ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Radsportverbands Hamburg und einigen seiner Mitgliedsvereine, unterstützt durch die Internationale Gartenschau Hamburg (igs). Die RG Uni Hamburg war für die Durchführung der Rennen im engeren Sinne verantwortlich und nahm somit eine prominente Rolle bei der Ausrichtung des Elbinselrennens ein. Weitere Aufgaben wie die Streckensicherung übernahmen Protagonisten aus anderen Vereinen. Als Streckenposten konnten Leute aus verschiedenen Wilhelmsburger Vereinen und Initiativen gewonnen werden.
Zum Meldeschluss eine Woche vor dem Rennen hatten sich insgesamt 350 Sportler für die sechs Rennen angemeldet - ein Ergebnis das die kühnsten Erwartungen übertraf. Das schöne Wetter lockte noch jede Menge Nachmelder am Sonntag Morgen nach Wilhelmsburg. Deshalb und weil wegen logistischer Probleme die Startnummernausgabe erst verspätet in vollem Umfang arbeiten konnte, bildeten sich dort anfangs leider kleine Schlangen.
Um 9 Uhr wurde das Hobbyrennen über vier Runden (62 km) mit einer sensationellen Beteiligung von weit über 100 Sportlern, davon mehr als zehn aus Reihen der RG Uni Hamburg, gestartet. An der Spitze wurde sofort sehr schnell gefahren (der Sieger hatte am Ende einen Schnitt von mehr als 40km/h), so dass sich das Fahrerfeld bald in viele Gruppen aufspaltete. Beim Zielsprint der ersten Gruppe ereignete sich ca. 500 Meter vor dem Ziel leider ein schwerer Sturz. Unbeeindruckt davon setzte sich Erik Manke, bekannt vom Dienstagstraining in Stellingen, im Zielsprint durch. Bester RG Uni-Starter war als 11. Thorsten Klassen vor Arne Preuß (12.Platz). Linda Pump wurde in der Gesamtwertung 74. und nach meiner Rechnung viertbeste Frau. Silke Kles als 80. taucht auch noch in der Ergebnisliste auf. Die Erstellung der Ergebnisliste fürs Hobbyrennen war wegen der vielen Überrundungen schwierig. Die bei den kommerziellen Jedermannrennen (Cyclassics, Velothon) übliche Transpondertechnik, die genau aufnimmt, welcher Fahrer wie viele Runden in welcher Zeit gefahren ist, ist leider viel zu teuer. Der Zieleinlauf wurde wie bei Lizenzsportveranstaltungen üblich mit einer Kamera dokumentiert. Überrundungen wurden aus den Begleitfahrzeugen über Funk an die Kommissäre mitgeteilt. Außerdem wurden Rundenprotokolle geführt. Trotzdem kann es sein, dass die Ergebnisliste in Einzelfällen vom Zieleinlauf abweichen. Einige Hobby-Starter konnten leider nicht ihre Zieleinfahrt genießen, weil die Lizenzsportler bereits ihre Startaufstellung eingenommen hatten. Dies war wegen des engen Zeitplans leider unumgänglich. Für die zweite Auflage des Elbinselrennes werden wir versuchen, eine bessere Lösung für den Ablauf des Hobbyrennens zu finden. Allerdings kann es nie den von den Cyclassics gewohnten Service geben. Dafür ist die Teilnahme am Elbinselrennen sehr viel billiger und auch spontan machbar.
Nach dem Hobbyrennen gingen die Schüler in den Klassen U13 und U11 an den Start. Sie fuhren eine Runde auf dem 15,4km langen Kurs. Die Ergebnisse wurden getrennt nach Geschlechtern gewertet. Bei den U13 männlich gewann Elisa Bödecker vor ihrer Schwester Nora (beide vom Bad Doberaner SV) und Erik Kulisch vom Templiner SV Lokomotive. Dass Mädchen, die der AK U15 angehören, bei der U13 männlich starten und gewinnen können liegt an den Reglements des BDR, die besagen, dass Fahrerinnen der Schülerklasse (jüngerer Jahrgang) gestattet ist, in der Altersklasse U13 zu starten, sofern kein eigenes Rennen für ihre Altersklasse ausgeschrieben ist. Die U13 waren so schnell unterwegs (die Siegerin fuhr die Runde in weniger als 27 Minuten, also mit ca. 34km/h), dass sie sogar einige Hobbyfahrer, die wenige Minuten vor ihnen gestartet waren einholten. Bei der Wertung U13 weiblich gewann Nina Döring (RC Blau-Gelb Langenhagen) vor Laura Neumann (VfR Nienburg) und Tamika Hingst (WSV Clausthal-Zellerfeld). Bei der U 11 siegte Melvin Trundle (RSV Gütersloh), dem das Rennen zu kurz war, vor Paul Schneider (Templiner SV Lokomotive) und Clavin Dik vom RC Charlottenburg. Einzige Starterin bei der U11 weiblich war Gina-Maria Schneider vom Templiner SV Lokomotive.
Um 11 Uhr stand der Start der Lizenzrennen auf dem Programm. Zunächst wurden über 100 Sportler der Elite-Klasse auf die sechs Runden (92 km) geschickt. Danach gingen die Senioren (ab 40 Jahre), u.a. mit dem Crossweltmeister Jens Schwedler, auf ihre 5 Runden (77 km). Zum Abschluss wurden das sensationell große Frauenfeld (30 Starterinnen) auf die knapp 62 km geschickt. Aus Reihen der RG Uni konnten sich in diesem Rennen Steffi Anlauf und Kerstin Gläß mit der mehrfachen Weltmeisterin Hanka Kupfernagel messen. In der vorletzten Runde nutzte Hanka die kurze Kopfsteinpflasterpassage für eine Attacke und fuhr das Rennen im Alleingang souverän nach Hause.
Im Seniorenrennen gab es im Zielsprint einen Sturz, in dem auch der Hamburger Lokalmatador Robert Karrasch zu Fall kam. Den Sprint des Feldes gewann Carsten Dreßler von der RRG Osnabrück vor Andreas Mollard vom Harvestehuder RV und Lars Erdmann vom RV Germania Hamburg. Bester RG Uni-Starter war Kai Schröder mit einem 12. Platz gefolgt von Knut Kalbertodt, der Platz 15 belegte.
Das Elite-Feld fuhr die ganze Zeit geschlossen. Dass trotz vielen Attacken sich keine Ausreißergruppe bildete, lag sicherlich auch an der absoluten Windstille. Den Sprint des Feldes gewann Thomas Böckmann vom Harvestehuder RV vor Viktor Ulzen (RV Lichterfelde-Steglitz) und Jannick Gnoth (RSV Friedenau Steinfurt). Der zunächst drittplatzierte Christian Manzke wurde nachträglich disqualifiziert, da er am Tag zuvor in die A-Klasse aufgestiegen und somit beim Elbinselrennen (ausgeschrieben für B/C) nicht startberechtigt war. Thomas Holm erreichte mit einem guten 5.Platz seine erste Platzierung zum Erhalt der B-Klasse. Thorben Rohlfs verpasste eine Platzierung als 11. denkbar knapp. Leider gab es kurz nach dem Zielstrich einen Sturz, der aber, wie alle anderen Stürze auch mehr oder weniger glimpflich ablief. Neben vielen lokalen Behandlungen in den Rettungswagen des DRK mussten fünf Sportler ins Krankenhaus gebracht werden, konnten aber nach kurzer Behandlung entlassen werden.
Insgesamt war das Elbinselrennen 2010 ein Erfolg. Die Sportler, die teilweise sogar aus NRW, Hessen oder Berlin anreisten, lobten die schöne Strecke und die sehr guten Absperrungen, die ein ungestörtes Rennen möglich machten. Auch die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz und schöpfen aus dem enormen Zuspruch Kraft und Motivation diese Rennveranstaltung zu etablieren. Von Seiten der igs besteht dem Vernehmen nach die Bereitschaft das Elbinselrennen auch im nächsten Jahr als Höhepunkt der Wilhelmsburger Radwoche zu unterstützen. Vieles lief gut, aber einiges muss noch verbessert werden. Da wäre zum Beispiel bessere Verzahnung des Renngeschehens mit dem „Volksfest“ auf dem Bertha-Kröger-Platz. In den nächsten Wochen wir es daher innerhalb des Radsportverbandes Hamburg eine ausführliche Nachbereitung des Elbinselrennes geben. Wenn ihr dafür Anregung oder Kritik habt, bitte eine Mail an Robert Müller senden.
Das Elbinselrennen wäre nicht möglich ohne den Einsatz vieler Helfer. Alles in allem waren inklusive Streckenposten wohl über 100 Personen im Einsatz. Vielen Dank an alle, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.
Robert Müller
Ergebnisse Elite, Ergebnisse Hobby, Ergebnisse Senioren P.S.: Als Eindruck wie eine Helfer-Aktion aussieht ist hier der Bericht von Tim, der das Führungsfahrzeug des Hobby- und des Elitefeldes fuhr:
Mein Tag als Fahrer eines der Führungsfahrzeuge begann früh. 6:30 Uhr vor Ort, damit noch Zeit bleibt um die Strecke kennen zu lernen. Auf 15 km war alles dabei: Von der zweispurige Deichstraße bis zum verwinkeltem Feldweg. Dazu ein Setting das mich ansprach: Schneller Wagen auf abgesperrtem Rundkurs. Also rauf auf die Ideallinie, Kurve anbremsen durch die Schikane und wieder rauf auf Topspeed. Nach vier Runden hatte ich den Kurs drauf. Zu meiner Rundenbestzeit sag ich hier nichts, sonst krieg ich noch Ärger. Als die Rennleitung uns anschließend wie folgt anwies: "Schont die Autos nicht, fahrt wie im Rennsport und vor allem macht von der Hupe Gebrauch" wusste ich, ich hatte das Anforderungsprofil intuitiv richtig verstanden. Der Wagen wurde mit CB Funk ausgestattet um mit dem Juryfahrzeug in stetem Kontakt stehen zu können. Los gings: Im Rückspiegel das Feld, vor der Motorhaube die Strecke. Phasenweise bummelte das Feld mit 35, dann wurden wieder Attacken mit 60 Sachen gefahren und stehts sollte der richtige Abstand gehalten werden. Und dann ist da noch der Privatwagen, oder die Gruppe Radfahrer mit Hund die plötzlich vor einem auf der Strecke auftaucht. 5 bis 10 Sekunden bleiben da um die Strecke frei zubekommen. Das geht schon ganzschön unter die Haut. Hat mit persönlich aber einen Heidenspaß gemacht! Und wann hat man schonmal die Möglichkeit, in einer 30er Zone bei 60km/h ein Polizeimotorrad aus dem Weg zu hupen? |