4 Gaerd

Am Wochenende 22./23. Juli habe ich als Gastfahrer in einem 4er Männer-Team an dem 24h-Rennen NOB teilgenommen.
Meine bisherigen Erfahrungen mit MTB 24h-Rennen beschränkten sich auf eine einzige Teilnahme in einem 8er-Team bei den 24H von Duisburg. Damals war es sehr entspannt, da ich als Ersatzfahrer in einem Team unterwegs war, wo der Spaß im Vordergrund stand und ich genügend Zeit zwischen meinen einzelnen Einsätzen hatte.
Umso mehr war ich gespannt, wie sich das Ganze in einem 4er-Team gestalten sollte, dass mit Ambitionen auf das Podium antrat.
Eigentlich war ich für ein 4er-Mixed gesetzt, doch meine Schwester entschied sich kurzfristig, als Solo-Fahrerin zu starten. So landete ich im „schnellen Vierer“. Meine Mitstreiter Kai, Max und Achim kannte ich vorher alle nicht und auch untereinander kannten sie sich nicht. Zusammengestellt hatte das Team Gisela Nagel von Radsport Nagel, einem regionalen Radgeschäft im Bergischen Land.
Von Natur aus Optimist befürchtete ich auch nichts....
Die 12km Runde war für ein 24h-Rennen sehr anspruchsvoll. Trailpassagen wechselten mit Wiesen, Forstwegen und Asphalt in einem guten Rhythmus: Nach dem Start ging es in die erste Abfahrt, es folgte ein Asphaltanstieg, eine Slalom-Abfahrt durch Bäume, Anstieg auf Feldweg, kurze Passage auf einer alten Bahntrasse, Asphaltanstieg, ab ins nächste Gelände mit Wiesenauffahrt, weichem Waldboden einer wurzeligen Rüttelabfahrt, kurzer Gegenhang, schneller Abfahrt und dem „Schweineberg“.
Der „Schweineberg“ entpuppte sich als ein immer feuchter schmaler Hohlweg, der auf einer Wiese endete. Anstiegsdauer ca. 1 – 2 Minuten. Oben auf der Wiese hatte der Veranstalter eine Almhütte und eine Bühne aufbauen lassen.
Es ging dann über die Wiese weiter, einen kurzen Asphaltanstieg hoch, Feldweg runter, Asphalt wieder hoch, durch Wohngebiete hindurch, wieder zurück auf den Bahndamm,
schnelle Wiesenabfahrt, über eine Natur-BMX-Strecke mit drei Kickern und einem Table, scharf rechts in den Schlussanstieg zum Fahrerlager, kurze Schleife durch das Fahrerlager, das war s.
Rundenrekord 2017: 28 Minuten und ein paar Zerquetschte. Meine Rundenzeiten lagen zwischen 30:30 und 32 Minuten. Im Trockenen!
Wie gesagt, tolle Runde mit gutem Flow.

Das Rennen wurde um 14:00 gestartet. Zuerst gingen die 4er, auf die Strecke. 6er, 8er, 2er und Solo-Fahrerinnen folgten im 30sec- Takt. Achim, ein erfahrender Rennradfahrer fuhr für uns die erste Runde. Wir hatten uns auf eine 1-Runden-Strategie geeinigt. Ich sollte als Dritter auf die Strecke.
Dann bei der ersten Rundendurchfahrt, große Verwunderung in unserem Team: Achim tauchte nicht auf! Sturz? Defekt? Wir checkten unsere Telefone, es gab aber keine Meldung. Als dann meine Schwester, die 2(!)Minuten nach ihm gestartet war, durchfuhr, fragte ich sie nach Achim. Sie sagte, „der kackt ab, hab ihn am Schweineberg überholt“.
Na super, eine Solofahrerin überholt unseren Startfahrer in der ersten Runde!
Nicht das wir uns falsch verstehen, meine Schwester ist eine Super 24h-Rennen-Fahrerin: Sie hat mehrfach in Duisburg die Solo-, als auch mit Partnern, die 2er –Wertung gewonnen. Und auch in Radevormwald sollte sie am Ende nach 288km/ca. 8000hm mit 2 Runden Vorsprung die Frauen-Solo-Wertung gewinnen.
Aber ihr Tempo ist nicht mit dem Tempo eines 4er–Fahrers vergleichbar, oder sollte es zumindest nicht sein.
Nach 39 Minuten kam endlich unser Fahrer so ziemlich als Letzter zum Wechsel: „Was ist passiert? Hattest du einen Defekt? Bist Du gestürzt? Nichts von alledem, ihm ging es einfach Scheiße! Na dann...
Kai ging als zweites auf die Strecke und brannte eine 30-Minuten-Runde ins Gelände. Auch ich fuhr meine erste Runde deutlich unter 31 Minuten. Die Strecke war auch im Renntempo toll und durch die Länge und durch das auseinander gezogene Fahrerfeld, konnte ich auch meine eigene Linie fahren.
Nach 4 Stunden hatten wir uns dann auf Platz 6 vorgearbeitet. Achim fuhr 37-38min
Runden, Max solide 35er, Kai 30er und ich 31er.
Radsport Nagel hatte mehrere Pavillons mit Küche und ein Zelt aufgebaut. Insgesamt waren über 30 Fahrerinnen für das Geschäft am Start. Die Verpflegung war top, Nudeln Reis, Brot, Gegrilltes und ausreichend Getränke. TipTop.

5 Party

Dann wurde es dunkel, dann kam die Nacht, es wurde kälter und um kurz vor 0:30 gab es dann ein Gewitter mit Blitzen, Donnern und Starkregen! Wir waren gerade auf eine 2-Runden-Strategie gewechselt. Achim war auf der Strecke, Kai machte sich bereit. Als er auf die Strecke ging tobte das Gewitter am schlimmsten. Für seine erste Runde brauchte er dann 40min! Gott sei Dank ließ der Regen nach. Um 2:00 tauchte seine Gestalt dann ziemlich verschlammt in unserer Wechselzone auf. Schnell das Staffelband gewechselt und ab auf die glitschige Strecke. Es rollte so gar nicht. Die Wiesen erwiesen sich als wahre Krafträuber, der Waldboden war tief und hielt die Reifen fest. In den Abfahrten rutschte ich mehr oder minder kontrolliert über Wurzeln und durch die Kurven. Es war aber nicht so schlimm, wie ich es erwartet hatte und so konnte ich nach 37min die erste Runde beenden. Auch in der zweiten Runde lief es gut für mich, so dass ich um 3:15 in unsere Wechselzone kam. Nur, meine Ablöse Max war nicht da! So eine Scheiße!
Ich hatte wirklich alles gegeben und nur der Gedanke, dass ich gleich duschen könnte und dann 3-4 Stunden Pause haben würde, hielt meine Moral aufrecht.
Ich schrie also mehrfach seinen Namen durch die Nacht und schließlich tauchte Max mit den Worten auf, Dich habe ich erst um 3:30 erwartet. Na prima!
Anschließend Rad putzen, Essen, Duschen gehen und, kaum zu glauben, ich konnte eine Stunde schlafen.
Als ich um 6:00 wieder „munter“ an der Strecke stand, bekam ich die Botschaft von Max, die man in einem 4er-Team nicht hören möchte: Achim gestürzt, Gehirnerschütterung, Schulterprellung, kann nicht weiterfahren, Kai ist auf der Strecke, Du bist gleich dran.
Was soll´s!
So fuhren wir zu dritt weiter und blieben bei unserer 2 Runden Strategie, um längere Regenerationszeiten zu gewährleisten. Trotz dieser „langen“ Pausen, brachte ich aber nicht mehr den Druck auf s Pedal, wie in der ersten Hälfte des Rennens  Vielleicht hätten wir auch wieder auf eine 1-Runden-Strategie wechseln sollen, denn am Ende fehlten uns gerade mal 3 Minuten zum 5.Platz.
Hätte, hätte, Fahrradkette….
Die gute Verpflegung (Blaubeer-Pfannkuchen, Waffeln, etc.) hielt meine Stimmung oben und so wurde es noch ein schönes Finale.

Im Nachhinein muss ich meiner Schwester recht geben: Tolle Orga, tolle Strecke, toller Support, das alles kann ein eingespieltes Team nicht ersetzen.

Nächstes Jahr werde ich mit ihr in einem 2er-Mixed die 24h in Angriff nehmen.
Diese klasse Veranstaltung werde ich mir als MTBler nicht entgehen lassen.

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