Luxemburg? Damit verbinden die Mitglieder der RG UNI HAMBURG nur verschwiegene Geldanlagen und halbseriöse Steuersparmodelle.

Ich habe meine Reise in unser kleines Nachbarland jedoch ohne Geldkoffer angetreten und Autogramme der zweifelhaften Radsportbrüder interessierten mich auch nicht. Mein Ziel war die Teilnahme an der 3. Auflage des dortigen „kleinen Ironmans“.

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Nach 600 Kilometern Auto-Anreise konnte ich noch den welligen Teil der Radstrecke abkullern und mir einen ersten Eindruck für das Rennen verschaffen. Dann mussten auch schon die Wechselbeutel (die sind wie immer zu klein, für das, was der Triathlet dort alles hineinstopfen möchte…) gepackt werden und das „Arbeitspferd“ durfte eine Nacht alleine in der Wechselzone verbringen.

Ungewöhnlich dann der Renntag selber. Nicht wie sonst häufig üblich, mitten in der Nacht aufstehen, sondern Rennbeginn ab 13.00 Uhr – sehr entspannend! Bei rund 1800 Startern natürlich in Wellen, mit meiner M 50 wurde ich schon bei den „ganz Alten“ einsortiert – sehr frustrierend! Dafür war der Schwimmstart auch eher gemäßigt, nach 900 Metern in der ruhigen Mosel dann der „Grenzübertritt“, auf der deutschen Wasserseite zurück und nach knapp 2 Kilometern wieder in Luxemburg aus dem Wasser.

Nun den Zeitfahrboliden gegriffen und ab auf die Piste. Gut 35 Kilometer flach an der Mosel, dann kam der wellige Teil; auf den nächsten 30 Kilometern verteilten sich 850 Höhenmeter. Eigentlich nicht dramatisch, herausfordern allerdings einige Ortsdurchfahrten mit 12 % Gefälle, 90°-Kurven und den ortsüblichen Geschwindigkeitsbegrenzern an Zebrastreifen. Da musste die Aeroposition schon das eine oder andere Mal verlassen werden und es lohnte sich, mal mehr als nur einen Blick auf die Straße zu werfen. Bevor es zum zweiten Mal in die Wechselzone ging, erfolgte noch ein Abstecher nach Frankreich. Die Möglichkeit der schnellen und unkomplizierten Grenzübertritte ist sicher eine der besten Entscheidungen des gemeinsamen Europas gewesen. Im Ort Schengen zu Papier gebracht und besiegelt. Bezeichnenderweise sind die Athleten genau durch diesen Ort, ca. 10 Kilometer vor T 2, durchgerauscht. Weil die Strecke hier wieder flach und gut ausgebaut war, also kein Blick in Richtung „Schengenmuseum“, sondern Kopf runter und Kette rechts.

Schnell noch den Halbmarathon laufen, schließlich wollte ich mir am Abend auf dem im Rahmen des Wettkampfs stattfindenden Weinfestes noch einen einheimischen Cremant gönnen. Für mich hatte das erfolgreiche Finish heute existenzielle Bedeutung, also beschränkte ich mich auf einen 05:00 Minuten/km-Schnitt und konnte somit den 01:45 Stundenlauf an dem Moselufer tatsächlich richtig genießen.

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Nach 05:14 Stunden war dann die Finshline erreicht und ich persönlich habe den letzten formalen Baustein eingesammelt, um an der diesjährigen Ironman World Championschip auf Hawaii teilnehmen zu dürfen.

Aloha Irons

Matthias

PS: Die gesamte Gegend ist natürlich nicht nur für Multisportler geeignet, sondern bietet dem RR-Fahrer schöne, verkehrsarme Straßen mit sanften Anstiegen und tollen Aussichten. Die MTB-Freunde werden im Bereich der nahegelegenen „Saarschleife“ viele, teils gut markierte Routen und Trails vorfinden.

Aktuelle Termine

30. Mai. 2024, 17:30: Uhr
Training ab Rothenburgsort
05. Jun. 2024, 18:00: Uhr
Training ab Harburg
06. Jun. 2024, 18:00: Uhr
Training ab Rothenburgsort

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